Auswirkungen von Corona auf die Bankenlandschaft - 360Grad Training GmbH
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Auswirkungen von Corona auf die Bankenlandschaft

Auswirkungen von Corona auf die Bankenlandschaft

Auswirkungen von Corona auf die Bankenlandschaft:

Egebnisse der Digitalen Konferenz der Bundesbank vom 05. Mai 2020

Am 05.05. haben sich knapp 4000 Teilnehmer vor Ihren Bildschirmen versammelt, um zu erfahren, wie die „Großen“ der Banken die aktuellen Entwicklungen in der Bankenlandschaft bewerten und was auf uns zukommen wird. Wir stellen Ihnen nun die Ergebnisse der Konferenz vor.

Wir befinden uns in einer schweren Rezession

Dr. Jens Weidmann sprach von einer schweren Rezession: Die konsumnahmen Dienstleistungen stehen fast komplett still, es fehlt die Nachfrage aus dem Ausland, der Stromverbrauch ist stark gesunken, was für langsam laufende Industrie spricht, jeder dritte Betrieb habe Kurzarbeit beantragt. Eine schnelle Erholung sei laut dem Präsidenten der Deutschen Bundesbank eher nicht zu erwarten, eine Abwärtsspirale der Wirtschaft sieht er aber trotzdem nicht.

Banken sind aktuell stabil

Die Politik  habe schnell und umfassend reagiert und die Banken haben bei der Bewältigung der Krise eine große und wichtige Rolle gespielt. Prof. Dr. Wuermeling bestätigte, dass die Kreditvergabe funktioniere, das operative Geschäft laufe und der Finanzsektor somit stabil sei.

Yves Mersch beruhigt, dass wir nicht von einer Wirtschafts- in eine Bankenkrise mutieren werden. Klar sei aber, dass Banken ohne ein zukunftsmäßiges Modell in Schwierigkeiten geraten werden.

Was den Banken Sorgen mache, seien die Kreditrisiken, die momentan nicht vorhersehbar seien. Denn die Realität wird nach Corona eine andere sein. Die Risiken seien aus aktuellen Sicht aber noch tragbar, zumal der Puffer von 114 Mrd. Euro zur Stärkung der Liquidität noch nicht angetastet werden musste. Die Lockerungen seien aber kein Dauerzustand.

Man kann nicht jeden Bedarf decken

„Wir sind gut aufgestellt, aber man muss gut aufpassen.“, so die Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Düsseldorf Karin-Brigitte Göbel. Trotz aller Maßnahmen und gutem Willen könne man nicht jeden Bedarf decken. Die Geschäftsmodelle müssten stark geprüft werden. „Kann das Unternehmen auch noch nach Corona überleben?“

Die Experten haben den Blick in die Glaskugel gewagt und waren sich in folgenden Punkten einig:

  • Konsolidierung sollte nicht überbewertet werden.
  • Das Bankensystem muss effizienter werden.
  • Es wird mehr digitale Bankengeschäfte geben, aber
  • menschliche Kontakte werden bleiben.
  • Das Bankensystem profitiert an den Schnittstellen zum Kunden: Beratung bleibt beim Berater (Großkundengeschäft, Kreditvergabe, Anlagegeschäft). Bei wichtigen Finanzthemen will man seinem Gesprächspartner doch in die Augen sehen.

Nun sei es eine große und herausfordernde Aufgabe, dass der Staat seinen starken Einfluss langsam zurücknimmt und eine nachhaltige Erholung anlaufe. Es bleibt spannend, wie die neue Normalität und Realität nach Corona aussehen wird.

Diese Konferenz zeigt uns einiges:

  • Die Ergebnisse zeigen, dass das Beratungsgeschäft im Privatkundensektor doch stark am Berater hängt. Onlinedienste helfen bei der Informationsbeschaffung, aber die Beratung erfolgt doch beim Berater.
  • Corona zeigt uns tagtäglich auf, wie viele Informationen verarbeitet und bewertet werden müssen. Der Privatkunde schafft dies nicht alleine und auch Onlinetools werden ihn nicht wirklich umfassend handlungsfähig machen.
  • Vor allem jetzt im Übergang zur neuen Normalität ist es wichtig, dass die Berater aktiv auf die Kunden zugehen und für sie da sind. Aktives Handeln ist wichtig. Im Vergleich zum Jahresanfang könnte es aber jetzt passieren, dass mehr Beratungen per Video stattfinden können auf Grund besserer technischer Ausstattung in den Banken, deutlich größere digitale Handlungsfähigkeit der Berater und mehr digitale Akzeptanz der Kunden
  • Doch auch die Firmenkundenberater sind jetzt gefragt aktiv auf die Firmenkunden zuzugehen und an ihrer Seite zu stehen. In der Vergangenheit wurde meiner Meinung nach eher passiv beraten. Der Firmenkunde kommt auf die Bank zu, sobald er Unterstützung benötigt. Die Banken sollten aber jetzt diese Passivität überwinden und wie im Privatkundengeschäft aktiv den Kontakt suchen, um frühzeitig Finanzierungsthemen zu besprechen.
  • Auch ist es für den Beraternachwuchs absolut wichtig, genau in dieser Zeit sich nicht nur im Privatkundengeschäft zu tummeln, sondern auch aktiv im Firmenkundenbereich Erfahrungen zu sammeln. Bisher war für viele Nachwuchstalente nur der Weg in den Privatkundenvertrieb oder interne Abteilungen vorgezeichnet. Viele, die sich diesen Weg nicht vorstellen konnten, haben das Bankhaus verlassen, wären aber sicherlich auch ein interessanter Nachwuchs für den Bereich der Firmenkunden gewesen.